Als ich nach der Schule zu Mittag aß freute ich mich schon richtig auf 4 Uhr, denn da wollte Chris vorbei kommen. Um 3 Uhr zog ich mich um und schminkte mich neu. Auch wenn Chris mich schon oft gesehen hatte, ich wollte heute richtig schön aussehen. Ich trug eine weiße Hose und einen braunen Pulli, dazu hatte ich goldene Ohrringe, eine goldene Kette und einen goldenen Gürtel an. Als ich um 10 vor 4 so gut wie alle Makel beseitigt hatte, ließ ich mich aufs Sofa fallen. Obwohl ich Chris schon öfter getroffen hatte, war ich diese Mal aufgeregt und durch meinen ganzen Körper flogen tausende Schmetterlinge. [ hahahaha mir fiel nix besseres ein :D] Um punkt 4 klingelte es an der Tür. Ich lief runter guckte noch einmal in den Spiegel und öffnete die Tür. Chris begrüßte mich mit Küsschen links und rechts dann sagte er lächelnd: „Gut siehst du heute aus.“ Dann wurde er rot und fügte hinzu: „Also das tust du ja immer, aber heute noch besser als sonst.“ Ich grinste und wurde glaub ich röter als die Tomaten in Spanien, wenn es Erntezeit war. „Danke.“ Dann gingen wir hoch in mein Zimmer und setzten uns auf Sofa. Ich holte uns etwas zutrinken und fing an zu erzählen. Ich weiß nicht mehr genau was, aber irgendwas ist mir wohl eingefallen. Um halb 7 gingen wir noch etwas raus. Stumm liefen wir nebeneinander her und guckten angestrengt in die Ferne.

„Hast du schon was für Dennis? Also zum Geburtstag?“, brach ich die Stille.

„Ne, ich weiß noch nicht was ich kaufen soll. Hast du was?“ Ich schüttelte den Kopf und wieder gingen wir schweigend weiter, bis wir nach einer halben Stunde wieder vor meiner Haustür standen. „ Na dann, bis Freitag bei Dennis“, sagte er knapp und gab mir vorsichtig einen Kuss auf die Backe. Wie in Trance hob ich die Hand und winkte nur kurz, da ich beim Besten Willen keinen vollständigen Satz zustande brachte. Chris grinste und verschwand. Ich stieg immer noch in Trance die Stufen zu unserem haus hoch und strahlte.

 

Meine Mutter war noch nicht zu hause und weil ich unbedingt mit jemandem reden musste rief ich Toni an.

- Carlos Montero

- Hallo Carlos, ich bin’s Lena, ist Toni da?

- Lena, lange nichts mehr von dir gehört, wie geht’s dir mein Kind?

- Ja, ganz gut. Hier sind alle eigentlich ganz nett. Und ihnen?

- Och na ja, das Geschäft läuft nicht so gut, es gibt einen neuen Eisladen hier gleich um die Ecke und da rennen die Kunden nun den Laden ein. Aber ich will nicht mit meinem Leid klagen, ich gebe dir mal Toni. Ciao Lena.

- Tschüss.

- Ja?

- Hey Toni ich bin’s.

- Na, wie geht’s dir?

- Gut, sehr sehr gut.

- Schön, wieso? Mir übrigens auch.                      Sagte er lachend.
- Chris hat mich eben auf die Backe geküsst!!   Schrie ich aufgedreht in den Hörer.
- Nein?? Na das ist ja richtig Klasse…                schrie er lachend zurück.

- haha.. na ja wenn’s dich nicht interessiert, bitte dann ruf ich Julia an

- Och Lena, war doch nur ein Scherz, natürlich interessiert mich das, nur ich bin halt ein Junge.

- und das soll heißen?

- Ähm ja, wir zeigen unsere Gefühle nicht so doll wie ihr. Wir erheben nicht die Stimme wenn wir reden und wir schreien auch nicht wenn wir uns freuen.

- Ahhhhja, na ja egal…

- Ja. Und wann gedenkst du es ihm zu sagen?

- Bist du verrückt? Ich sag dem das doch nicht!

- Nicht?

- Nein! Das muss der machen, oder sich einfach ergeben.

- Achso, muss ich jetzt nicht verstehen oder?

- klar musst du! Woher soll ich wissen ob der will?

- Falsch! Besser, woher soll der wissen ob du willst?

- das merkt der doch, außerdem können Jungen niederlangen besser verkraften als Mädchen.

- Na wenn du das sagst…                  sagte er lachend

- Na ja ich guck mal auf der Party vom Dennis, ich sag es ihm wenn der richtig Zeitpunkt ist.

- Tu das, aber warte nicht zu lange okay?!

- Ja ja. Und jetzt erzähl mal, dein Vater meinte eure Eisdiele liefe nicht mehr so gut?

- Ja, es gibt jetzt eine neue Eisdiele direkt neben an da so beim Gemüseladen, ja und am ersten Tag wurde das Eis verschenkt, und weil es etwas billiger ist als unsere kommt keiner mehr nach hier, nur die Stammgäste.

- Und jetzt?

- Jetzt denkt mein Vater es wäre besser wenn wir die Eisdiele schließen und etwas anders machen.

- Wieso hast du mir das nicht erzählt?

- keine Ahnung, du warst so glücklich und ich wollte nicht das du über unsere Probleme nachdenken musst.

- Hallo?!?! Ich bin deine beste Freundin, erzähl mir so was… Ich möchte doch auch wissen wieso es dir nicht so gut geht.

- Mir geht’s ja gut, ach egal… ich erzähls dir wenn’s was Neues gibt, ich muss jetzt auflegen.

Ciao meine kleine. Bis morgen oder so.

- Okay… Tschüss bis dann…

 

Nachdenklich legte ich den Hörer wieder auf die Ablange zurück und setzte mich in meinen Sessel. Ich wusste ja das Toni über solche Dinge nicht gerne sprach, aber mir hätte er es doch erzählen können. Da ich aber meine gute Laune behalten wollte, und ich ja jetzt nichts dran ändern konnte beschloss ich mit Julia zu telefonieren.

 

Als ich nach 2 Stunden den Telefonhörer weg legte glüht mein Ohr. Mittlerweile war es schon halb 10. Ich ging ins Badezimmer und machte mich Bett fertig. Als ich im Bett lag und den Wecker stellte vibrierte mein Handy. Ich schaute auf den Display und sah dass ich 2 Kurzmitteilung bekommen hatte.

 

Hey meine kleine,
sorry noch mal das ich dir nichts erzählt hab…
hoffe du bist nicht sauer…ich ruf dich morgen an
hdgdl toni

 

Erleichtert klickte ich die SMS weg und öffnete die 2te.

 

Hey Lena,
fand den Nachmittag mit dir heute sehr schön.
Hoffe wir können das noch mal machen, bist Freitag, ich freu mich
Hdgdl Chris

 

Mein Herz schlug wieder einmal schneller als sonst und ich schlief mit einem breitem lächeln im Gesicht ein.